Frau Holles maschinelle Helfer

Wir alle kennen das Märchen von Goldmarie und Pechmarie. Beide Mädchen treffen in der Ge-schichte auf Frau Holle und werden von ihr gebeten, die Betten ordentlich auszuschütteln. Dadurch schneit es nicht nur auf der Welt, sondern die Betten werden dadurch auch belüftet. Soweit zu Frau Holle…
Aber was, wenn das reine Ausschütteln der Betten nicht mehr ausreicht und die Federn und Dau-nen einfach zu verklumpt sind? Da konnte eine Bettfederreinigungsmaschine weiterhelfen, wie sie in der Sammlung im Industrie Museum Lohne zu finden ist. Mit dieser Maschine wurden nicht nur alte Federbetten aufgefrischt, sondern auch noch unverarbeitete Federn für die weitere Verwen-dung in Betten und Kissen aufbereitet.

Die Bettfederreinigungsmaschine aus der Maschinenfabrik August Wallmeyer Eisenach mit dem Baujahr 1938 kam im April 2018 durch den Heimatverein Herrlichkeit Dinklage ins Industriemuse-um nach Lohne.
Bis in die 1950er Jahre war sie im Einsatz im Textilgeschäft Bröring in Dinklage. Die Bettfedern werden in dieser Maschine durch Wasserdampf gereinigt.
Und so funktionierte es: Eingefülltes Wasser wird durch den integrierten Ofen der Maschine auf der linken Seite erhitzt und mit einem Reinigungsmittel angereichert. Im Dampf, der sich im Kessel bildet, werden die Federn durch ein Rührwerk 150 - mal pro Minute rotiert. Das Rührwerk wird durch die Riemenscheibe auf der rechten Seite der Maschine extern angetrieben. Nach Ende des Reinigungsprozesses werden die Federn durch das große Absaugrohr abgefüllt. Die daran befestig-ten Lederriemen wurden als Halterung für Kissenbezüge oder Säcke verwendet.

Bettfedern reinigen mit Maschinen:
Bettfederreinigungsmaschinen waren die ersten Maschinen, die die Maschinenfabrik August Wall-meyer nach ihrer Gründung 1906 in Eisenach herstellte. Der kleine Betrieb stellte die Maschinen zunächst in Handarbeit her, wuchs aufgrund der hohen Nachfrage jedoch schnell und konnte sogar internationale Bekanntheit erlangen. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Produktion auf weitere Maschinentypen, wie Zupfmaschinen für Polstermaterielien, Rosshaarspinnmaschinen, Rohfederbe-arbeitungsmaschinen, Bettfedersortiermaschinen und Füllwagen für Bettfederdecken ausgedehnt. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Maschinenfabrik auf Rüstungsbetrieb umgestellt und nach Kriegs-ende durch Befehl der sowjetischen Militäradministration enteignet und schließlich 1954 in den Volkseigenen Betrieb (VEB) Spezialmaschinenbau Eisenach überführt. Noch heute arbeiten Be-triebe in Deutschland mit alten Bettfederreinigungsmaschinen der Maschinenfabrik August Wall-meyer, die zum Teil mit neuen Heizverfahren ausgestattet wurden.

Wenn Sie uns mehr über diesen Maschinentyp erzählen können oder selbst mit einer solchen Maschine gearbeitet haben, würden wir uns freuen, wenn Sie Ihr Wissen mit uns teilen würden!

Maschinentyp: Bettfederreinigungsmaschine
Hersteller: August Wallmeyer Maschinenfabrik Eisenach
Herstellungsjahr: 1938

Sonderausstellung "Messen und Wiegen"
Eröffnung am 3. 5. 2024

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Demnächst

28 Apr

"Schule damals": Eine historische Unterrichtsstunde mit Siegfried Deeken
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Am Sonntag, dem 28.04.2024 um 15.00 Uhr, heißt es im Industrie Museum Lohne „Hinsetzen, Hefte raus!“, wenn uns Siegfried Deeken im zweiten Obergeschoss des Industriemuseums in eine längst vergangene Epoche der Schulgeschichte entführt, nämlich in die „Schule damals“.

In dem authentisch hergerichteten Klassenzimmer in der Dauerausstellung werden Sie Zeuge einer Unterrichtsstunde, wie sie vor vielen Jahren in den Volksschulen stattgefunden hat. Gut möglich, dass sogar der ein oder andere in Erinnerung schwelgen kann. Für unsere jüngeren Gäste bietet „Schule damals“ einen spannenden Einblick in den Schulalltag ihrer Eltern und Großeltern. Siegfried Deeken erklärt, was unterrichtet wurde, wie Inhalte vermittelt wurden und auf welche Benimmregeln früher besonders geachtet wurde. Selbstverständlich bleibt es nicht nur bei der Theorie; auch die Praxis im Vordergrund: Setzen Sie sich auf die Bank, schnappen Sie sich die Holztafel und erleben Sie eine Unterrichtsstunde in der „Schule damals“!

Eine Anmeldung ist nicht nötig. Es ist der übliche Museumseintritt zu entrichten.

Foto: Bernard Warnking

29 Apr
Mitgliederversammlung IML
29.04.2024 19:00

Die Mitgliederversammlung des Vereins IML findet um 19 Uhr im großen Vortragssaal statt.

20230420 MitgliederversIML 193706
Mitgliederversammlung 2023

IML Vorstand 2023
IML Vorstand

3 Mai
Sonderausstellung Eröffnung
03.05.2024 18:00

Eröffung der Sonderausstellung "Messen und Wiegen".

IML Termine 2024

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  Das Industriemuseum hat seit dem 1. Oktober 2023 einen neuen Leiter, Herrn Raphael Schmitt        mehr....

  • Ein Federofen zum Ausprobieren

federofenIn der Dauerausstellung des Industriemuseums hat der Federofen einen besonderen Platz, gehört zu den wenigen Exponaten der Federbranche und stammt somit aus der ersten Phase der Industrialisierung der heimischen Region. Sein Alter wird vermutlich bei über 150 Jahren liegen.

Er diente zur Herstellung von Schreibfedern aus Gänsekielen. Die gesäuberten Federn wurden darin  in heißem Sand gehärtet und anschließend in weiteren Arbeitsgängen bearbeitet. Millionen von Schreibfedern wurden auf diese Weise in Lohne hergestellt und in alle Welt exportiert.

Im museumspädagogischen Programm des Museums können Schulklassen und Gruppen  einzelne Arbeitsschritte der Federproduktion ausprobieren. Und nun auch noch anschaulicher mit einem Nachbau eines Federofens. Alex Bödeker und Aloys Holthaus aus der Restaurierungsgruppe des Lohner Museums haben sich den Originalofen in der Ausstellung genau angesehen und in ihrer Ausführung  für ein ähnliches Aussehen und Größe gesorgt. In die kleine Brennkammer wurde allerdings eine Kochplatte eingesetzt. Und nun wird elektrisch der Sand erhitzt, weil ein kleines Torffeuer nicht umsetzbar gewesen wäre.  „Die ersten Versuche sind schon geglückt“, sagen sie, „wir müssen jetzt noch die genaue Wärmezufuhr ausprobieren und dann steht der Federofen den kleinen und großen Museumsbesuchern zum Ausprobieren zur Verfügung“.

  • So bekommt Kunststoffabfall ein neues Leben. Wir zeigen, was mit Verpackungen aus der gelben Tonne passiert /
    Neues Exponat „Kreis-Lauf“ entsteht in Kooperation mit Pöppelmann

    pm rondell 1Die Kreislaufwirtschaft ist das Wirtschaftsmodell der Zukunft. Doch was genau bedeutet das eigentlich? Näheres ist jetzt im Industriemuseum Lohne zu erfahren. Mit der Erweiterung des Museumsbaus entstand hier Platz für ein neues Exponat namens „Kreis-Lauf“ in Form eines Rondells in der Kunststoff-Dauerausstellung: Es zeigt, wie Kreislaufwirtschaft in der Kunststoffbranche funktioniert – und zwar schon jetzt und hier im Oldenburger Münsterland. Dieser neue Ausstellungsbeitrag entstand im Rahmen einer Projektkooperation, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens Pöppelmann mehr..
 

Lernort Museum

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Noch einmal in die Schule gehen wie früher

Noch einmal in die Schule

Museumsgästeführerin Karin Brinkmann gibt Schulunterricht in der Tagespflege St. Elisabeth in Lohne

Hanna Nordlohne, Leiterin der Tagespflege im Elisabethhaus, hatte die Idee, eine historische Schulstunde für ihre Tagesgäste im Elisabethhaus stattfinden zu lassen und hatte sich damit an das Industrie Museum Lohne gewandt. Und der Ortswechsel des bestehenden museumspädagogischem Programms wurde von den 15 Teilnehmerinnen im Alter von 65 – 100 Jahren gerne angenommen.

„Ich habe unseren Gästen erzählt, das Museum kommt zu uns. Neugierig und gespannt wurde die Gästeführerin Karin Brinkmann erwartet. Und dann ging es in Jugend und Kindheit zurück“, erzählt Hanna Nordlohne. mehr

 

 

 

 

Stegemann Schule
300 LBZH OsStegemann Schule300 realschule lohne300 overberg Vechta

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urkunde2022Das Industriemuseum Lohne hat es wieder geschafft: Zum dritten Mal nach 2007 und 2014 haben der Museumsverband Niedersachsen und Bremen gemeinsam mit dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur und der Niedersächsischen Sparkassenstiftung die Einrichtung mit dem Museumsgütesiegel Niedersachsen und Bremen ausgezeichnet. Urkunde und Plakette überreichte Wissenschafts- und Kulturminister Björn Thümler am Donnerstag in Anwesenheit von Dr. Johannes Janssen (Sparkassenstiftung) und Professor Dr. Rolf Wiese (Museumsverband) an die Lohner Museumsleiterin Ulrike Hagemeier (Foto. Links). Sie wurde vorn stellvertretenden Lohner Bürgermeister Norbert Bockstette (rechts) nach Hannover begleitet. Mehr....

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Seit Anbeginn sind ehrenamtliche Mitarbeiter im Industrie Museum Lohne tätig.
Waren es zunächst einige wenige engagierte Lohner, sind es mittlerweile
über 50 Frauen und Männer, die sich für „ihr“ Museum stark machen. Es wird
unter anderem inventarisiert, restauriert oder es werden Fotos eingescannt. mehr....
Gerne zeigen wir Ihnen die Arbeit der ehrenamtlichen Mitarbeiter im Museum.
ulrike 
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